Korken abgebrochen oder hineingerutscht: Was jetzt hilft
Der Korken bröselt, bricht ab oder landet in der Flasche – und der Gästeabend steht still. Mit etwas Ruhe lässt sich fast jede Flasche retten. Hier stehen die gängigen Lösungen, was Sie besser lassen und wie Sie dem Problem vorbeugen.
Erst mal ruhig bleiben
Stellen Sie die Flasche aufrecht auf eine stabile Unterlage. Mit Gewalt ziehen oder hebeln erhöht das Risiko, dass die Flasche splittert oder der Rest vom Korken ganz hineinrutscht. Ein bröseliger Korken ist ärgerlich, aber meist kein Fehler des Weins; ob dahinter ein Korkschmecker steckt, erkennen Sie erst am Geruch im Glas (siehe Korkschmecker erkennen).
Korken ist abgebrochen, ein Rest steckt noch im Hals
Setzen Sie den Korkenzieher schräg an, neben der Bruchstelle, und drehen Sie ihn langsam ein, bis er fest greift. Dann nach und nach geradestellen und mit gleichmäßigem Zug herausziehen. Bei sehr mürbem Kork ist ein Zweizinken-Korkenzieher (oft „Butler“ genannt) die bessere Wahl: Die beiden Zinken werden links und rechts zwischen Kork und Flaschenhals geschoben und drehend herausgezogen, ohne den Kork zu durchbohren.
Falls der Kork zerbröselt: Den Rest möglichst vorsichtig in die Flasche drücken und den Wein anschließend abseihen (siehe unten). Das ist die sicherste Variante.
Korken ist in die Flasche gerutscht
Das wirkt dramatischer, als es ist. Ein unbeschädigter Kork im Wein ist kein Weinfehler, er stört vor allem beim Einschenken. Gießen Sie den Wein einfach vorsichtig durch ein feines Sieb oder einen sauberen Kaffeefilter in eine Karaffe oder direkt in die Gläser. So bleiben Krümel zurück. Bei Rotwein mit Depot hilft die Karaffe zusätzlich (siehe Wein dekantieren).
Wein ohne Korkenzieher öffnen
Wenn kein Korkenzieher zur Hand ist, funktioniert diese Notlösung: Drehen Sie eine lange Schraube etwa zwei Drittel in den Kork, setzen Sie eine Zange oder den Hammerrücken unter den Schraubenkopf und ziehen Sie den Kork vorsichtig heraus. Arbeiten Sie langsam und halten Sie die Flasche mit der anderen Hand fest.
Von Methoden, bei denen die Flasche gegen eine Wand oder einen Schuh geschlagen wird, raten wir ab: Es besteht Verletzungsgefahr durch Glasbruch, und der Wein spritzt. Ebenso wenig sollten Sie Feuer oder Hitze einsetzen. Ein einfacher Flügelkorkenzieher kostet nicht viel und ist die zuverlässigere Lösung; Anregungen zur Grundausstattung gibt der Beitrag Wein-Zubehör, das sich lohnt.
Sektkorken sicher öffnen
Schaumweinflaschen stehen unter hohem Druck. Richten Sie die Flasche beim Öffnen niemals auf Menschen, Fenster oder Lampen und halten Sie eine Hand fest auf den Korken. Lösen Sie zuerst den Drahtkorb, drehen Sie dann die Flasche (nicht den Korken) langsam und lassen Sie den Korken mit einem leisen Zischen entweichen. Ein lauter Knall ist unnötig und gefährlich.
Welches Werkzeug eignet sich wofür?
- Kellnermesser (Flügel- oder Hebelkorkenzieher): der Standard für intakte Korken; die Hebelwirkung zieht den Kork gerade heraus.
- Zweizinken-Korkenzieher: schont mürbe, alte oder bröselige Korken, braucht aber etwas Übung.
- Schraube und Zange: Notlösung, wenn kein Korkenzieher zur Hand ist.
- Sieb oder Kaffeefilter: rettet Wein mit Korkkrümeln, unabhängig davon, wie der Kork herauskam.
Eine Übersicht sinnvoller Helfer vom Dekanter bis zum Vakuumverschluss gibt der Überblick zu Wein-Zubehör.
Angebrochene Flasche wieder verschließen
Wenn nach dem Öffnen Reste bleiben, setzen Sie den Originalkorken mit der sauberen Seite nach unten wieder ein oder nehmen Sie einen Flaschenstopfen. Ein abgebrochener oder zerbröselter Korken schließt allerdings nicht mehr dicht; in diesem Fall ist ein Stopfen die bessere Wahl. Wie lange der Wein dann hält, steht im Ratgeber Geöffnete Weinflasche: Wie lange haltbar?.
Warum Korken bröseln – und wie Sie vorbeugen
Korken werden mit der Zeit mürbe, besonders wenn sie trocken lagern. Liegende Lagerung hält den Kork feucht (mehr dazu im Ratgeber Wein richtig lagern), sehr alte Flaschen sollten Sie dennoch mit einem Zweizinken-Korkenzieher öffnen. Prüfen Sie bei Flaschen mit herausgedrücktem Korken oder Spuren am Hals, ob die Lagerung zu warm war – das kann auf einen Hitzeschaden hindeuten (siehe Weinfehler erkennen).